Beitrag Sa 22. Sep 2012, 21:39

09. Einspritzanlage des Vierzylinders

Einspritzanlage des Vierzylinders (Drosselklappen-Einspritzung) zerlegen und wiederzusammenbauen
Anmerkung: Das Einspritzsystem des Vierzylinders ist relativ einfach aufgebaut daher ist es nicht erforderlich, dieses komplett zu zerlegen oder von der Ansaugbrücke abzuschrauben, um Teile der Anlage zu überprüfen oder zu erneuern. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird jedoch auf allen hier verwandten Photos die möglichen Arbeiten an der ausgebauten Anlage gezeigt.

1 Zunächst den in der Kraftstoffanlage herrschenden Überdruck entweichen lassen. Die genaue Vorgehensweise wird in Abschnitt 2 beschrieben.

2 Das Massekabel an der Batterie abklemmen.

3 Das Luftfiltergehäuse ausbauen.

Abdeckplatte des Mengenreglers und Einspritzventil

Ausbauen

4 Die elektrischen Anschlüsse am Einspritzventil lösen. Hierzu die beiden Halteklammern am Stecker zusammendrücken und den Stecker abziehen.

5 Die 5 Halteschrauben der Abdeckplatte des Mengenreglers lösen, hierbei darauf die Position der beiden kurzen Schrauben beachten.

6 Die Abdeckplatte abnehmen. Achtung: Die Abdeckplatte nicht mit Lösungsmitteln reinigen, hierdurch würde die Druckregler-Membrane und die Dichtung beschädigt.

7 Auf der Abdeckplatte montiert ist der Druckregler. Der Regler ist werksseitig justiert und versiegelt. Tritt eine Störung oder Defekt am Druckregler auf, so kann dieser nur durch einen neuen ersetzt werden, nachstellen oder justieren ist nicht möglich.

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Den großen 0-Ring und die stählerne Unterlegscheibe aus der Montage-Buchse am Boden des Mengenreglers nehmen.
1 Einspritzventil
2 Filter
3 Kleiner 0-Ring
4 Großer 0-Ring
5 Unterlegscheibe


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Das Filterelement leicht verdrehen und dabei vorsichtig von der Einspritzöffnung ziehen.


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Das Einspritzventil unter Zuhilfenahme der beiden Daumen senkrecht nach unten in die Montagebuchse drücken.
2 Montagebuchse
1 Einspritzventil



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Die beiden Dichtungen für den Auslaßkanal (A) und
den Mengenregler (B) einsetzen.



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In der Vertiefung am Mengenregler-Gehäuse muß ein neuer Staubschutzring eingesetzt werden.

Achtung: Unter keinen Umständen dürfen die Schrauben, welche den Druckregler mit dem Reglergehäuse verbinden, gelöst werden. Darin befindet sich eine unter Spannung stehende Feder, welche beim Öffnen des Gehäuses herausspringen und möglicherweise Verletzungen verursachen könnte. Durch eine Demontage könnte möglicherweise außerdem eine Leckage auftreten.

8 Wie in Abb. 9.8a gezeigt, das Einspritzventil vorsichtig unter Zuhilfenahme zweier Schraubendreher aus der Montagebuchse heraushebeln.

9 Die Montagebuchse des Einspritzventils sollte von der Montageplatte gelöst werden, wenn eine Reinigung unumgänglich ist. Hierzu sind zunächst die Kraftstoffzu- und Rückleitung zu lösen, danach die Torx-Schrauben am Boden der Montageplatte lösen.

10 Die alte Dichtung der Abdeckplatte lösen und entsorgen. Den Dichtring und die Unterlegscheibe aus der oberen Bohrung der Montagebuchse herausnehmen (Siehe Abb. 9.10). Die Montagebohrung gründlich mit einem dafür geeignetem Reinigungsmittel säubern und danach mit Druckluft ausblasen.

11 Den kleinen O-Ring vom Ende des Einspritventil lösen. Den Filter unter leichtem Drehen nach links und rechts vorsichtig abziehen. Den Filter mit einen geeignetem Reinigungsmittel säubern und trocknen lassen. Achtung: Das eigentliche Einspritzventil ist ein elektronisches Bauteil, es darf nicht mit chemischen Reinigungs- oder Lösungsmittel behandelt werden.

12 Das Einspritzventil kann weder repariert noch eingestellt werden. Ist eine Fehlfunktion oder ein Defekt aufgetreten, so ist dieses komplett durch ein neues zu ersetzen.

Wiedereinbauen

13 Das gereinigte oder neue Filterelement auf die Einspritzdüse des Ventils aufstecken. Hierbei beachten, das die Seite mit dem größeren Durchmesser zum Ventil zeigen muß.Vorsichtiges Verdrehen des Filterelements erleichtert das Aufstecken desselben.

14 Den kleinen O-Ring mit etwas Automatikgetriebe-Flüssigkeit einreiben und diesen auf das Fikerelement des Einspritzventils aufstecken.

15 Die Unterlegscheibe in die Montagebuchse des Einspritzventils einlegen.

16 Den großen O-Ring ebenfalls mit etwas AutomatikgetriebeFlüssigkeit einreiben und direkt auf die Unterlegscheibe in der Montagebuchse des Ventils legen. Der Ring muß sicher aufliegen und direkt mit der Oberkante der Montagebuchse abschließen. Achtung: Die Unterlegscheibe und der 0-Ring müssen eingesetzt werden, bevor das Einspritzventil eingeführt wird, andernfalls mit großer Warscheinlichkeit Leckagen auftreten.

17 Das Einspritzventil wieder in die Montagebuchse einführen. Hierzu das Ventil zunächst so ausrichten, das die Führungskante am Ventil mit der Kerbe in der Montagebuchse übereinstimmt. Das Ventil mit beiden Daumen (Siehe Abb. 9.17) vorsichtig senkrecht nach unten drücken, bis dieses sicheren Halt hat.

18 Neue Dichtungen für den Kraftstoffauslaß und den Kraftstoffeinlaß wie in Abb. 9.18 gezeigt anbringen. Anmerkung: Die elektrischen Anschlüsse des Einspritzventils müssen ungefähr parallel mit der Steckwelle der Drosselklappe stehen.

19 In der Vertiefung des Mengenreglergehäuses wie in Abb. 9.19 gezeigt eine neue Staubschutzdichtung einsetzen.

20 Das Mengenreglergehäuse auf die Bodenplatte auflegen, hierbei ist sicherzustellen, das die beiden Dichtungen auf der Unterseite am richtigen Platz liegen.

21 Die Schrauben des Mengenreglergehäuses mit hierfür geeignetem Schraubensicherungs-Klebstoff einschmieren. Die Schrauben einstecken (die beiden kurzen Schrauben befinden sich in unmittelbarer Nähe des Einspritzventils) und diese mit dem dafür vorgesehenem Drehmoment anziehen. Anmerkung: Den Reparatur- oder Ersatzteilen liegt im Normalfall eine geringe Menge des SchraubensicherungsKlebstoffs bei. Ist dies nicht der Fall, oder werden keine neuen Ersatzteiler verwendet, muß Loctite 262 (GMTeilenummer 1052624) oder ein gleichwertiger Ersatzstoff verwendet werden. Vom Gebrauch von Klebstoffen mit höherer Klebwirkung wird abgeraten, da hierdurch späteres Lösen der Schrauben erschwert wird oder schlimmstenfalls die Schraubenköpfe abreißen können.

22 Die elektrischen Anschlüsse am Einspritzventil aufstecken.

23 Den Luftfilter und dessen Gehäuse wieder anbauen. Leerlauf-Luftmengenregler

Ausbauen

24 Zunächst die elektrischen Anschlüsse am Regler lösen.

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Den Leerlaufregler vorsichtig mit einem großen Schraubenschlüsse ('Engländer') herausdrehen, wobei jedoch mit größter Vorsichtig vorgegangen werden sollte.

25 Den Regler vorsichtig herausschrauben. Hierzu den Regler mit einem 'Engländer' (wie in Abb. 9.25 gezeigt) oder einer geeigneten Wasserpumpenzange an der sechseckigen Kante vorsichtig entgegen dem Uhrzeigersinn drehen.


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Der Abstand zwischen dem äußerten Punkt des Stellkonus und dem Ende des Gewindes sollte ca. 2,85 cm betragen. Ist dies nicht der Fall, so muß der Regler justiert werden.

Justieren

26 Bevor der Leerlauf-Bypass-Regler wiedereingebaut wird, ist die Länge der Spindel zu justieren. Sollte diese zu weit aus dem Gehäuse ragen, ist die Zerstörung des Reglers nicht auszuschließen.

27 Abstand zwischen dem oberen Ende des Konus und Ende des Schraubgewindes messen. Dieser sollte 2,85-2,86 cm betragen. Ist dieser Abstand größer (Siehe Abb. 9.26), muß wie folgt vorgegangen werden:

a) Besitzt der Regler einen 'Kragen' um die elektrischen Anschlüsse, läßt sich die Gewindestange mit dem Konus durch leichten Druck auf den Konus weiter in das Gehäuse versenken. (vorsichtige seitliche Bewegungen erleichtern diesen Vorgang evtl.)

b) Besitzt der Regler keinen 'Kragen' an den elektrischen Anschlüssen, muß die Gewindestange im Uhrzeigersinn gedreht werden, bis das Maß von 2,85 cm erreicht ist, hierbei ist die Feder (um, die Gewindestange montiert) zusammenzudrücken.

Einbauen

28 Die neue Dichtung über das Schraubgewinde des Reglers stülpen und diesen vorsichtig mit der Hand in das Gewinde der Drosselklappeneinheit eindrehen. Dann den Regler mit dem erforderlichen Drehmoment festziehen.

29 Die elektrischen Anschlüsse am Regler anbringen.

30 Das Luftfiltergehäuse aufsetzen und fest verschrauben.

31 Den Motor starten und normale Betriebstemperatur erreichen lassen. Wird eine Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h erreicht, so wird der Einstellwert für den Leedaufregler zurückgesetzt.

Drosselklappen-Stellwinkelsensor (TPS)

32 Der Drosselklappen-Stellwinkelsensor ist mit der Steurwelle der Drosselklappe verbunden und an der Drosselklappeneinheit angebracht. Mit der Bewegung der Drosselklappe, d. h. in Abhängigkeit von der Stellung des Gaspedals, ändert sich auf die am Ausgang des Sensors anliegende Spannung. Bei vollständig geschlossener Drosselklappe muß eine Spannung von ca. 1,25 Volt, bei weit geöffneter Klappe eine Spannung von ca. 5,0 Volt gemessen werden können. Der Sensor besteht prinzipiell nur aus einem Drahtpotentiometer, dessen Schleifer direkt mit der Drosselklappenwelle verbunden ist.

33 Ein defekter oder unzureichend befestiger Sensor kann zu unkontrollierten Kraftstoff-Einspritzvorgängen sowie stark variierenden Leerlauf führen. Dies geschieht, weil der Zentralrechner aufgrund der ständig wechselnden Spannungswerte ein Verstellen der Drosselklappe erkennt. Probleme mit dem Stellwinkelsensor führen normalerweise zu einem Fehlercode 21 oder 22 (Siehe Fehlercodes, Kapitel 6).

34 Der Stellwinkelsensor kann weder repariert noch justiert werden. Ist dieser defekt, so muß er durch einen neuen ersetzt werden.

35 Die beiden Torx-Schrauben am Stellwinkelsensor lösen und den Sensor abnehmen.

36Den neuen Sensor anbringen und die beiden Torx-Schrauben mit dem vorgesehenen Drehmoment anziehen. Hierbei ist darauf zu achten, das der Mitnehmer des Sensors ordnungsgemäß an dem Mitnehmer der Drosselklappe anliegt und sich bei Verstellen der Drosselklappe auch bewegt.