Beitrag Sa 22. Sep 2012, 19:56

09. Pleulstangen ausbauen und zerlegen

1 Bevor mit der Demontage der Pleuelstangen begonnen wird, sollte der Motor aufrecht gestellt werden.

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Mit einer speziellen Reibahle sind Verbrennungsrückstände von der Oberkante der Laufbuchse zu entfernen. Diese Prozedur muß unbedingt durchgeführt werden, bevor der Kolben entnommen wird, andenfalls diese beschädigt werden könnte.


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Die Markierungen am Pleuellager erleichtern die spätere Wiederzuordnung zu den jeweiligen Zylindern.


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Mit einer passenden Fühlerlehre ist, wie im Bild gezeigt, das Spiel zwischen Pleullager und Kurbelwelle zu ermitteln.


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Weisen die Pleullagerschalen keine Markierungen auf (Zahlen oder Punkte), so sind die zusammengehörigen Teile mit einem Hammer und einem Körner vorsichtig zu kennzeichnen.


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Einige kurze Stücke Gummischlauch, welche über die Stehbolzen der Pleullager geschoben werden verhindern Beschädigungen an der Kurbelwelle und den ZylinderLaufbuchsen.


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Die Bolzen der Stirngehäuseabdeckung können durch Löcher des Stirnrads gelöst werden.


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Das Spiel der Kipphebel wird mit der Innenmeßuhr oberhalb der Stoßstangenauflage gemessen.

2 Mit einen Reibahle die Ablagerungen an der Oberkante der Laufbuchsen entfernen. Hierbei ist den Instruktionen des jeweiligen Werkzeugherstellers unbedingt Folge zu leisten, andernfalls die Laufbuchsen beschädigt werden könnten. Werden die Ablgarungen vor dem Ausbau der Kolben/Pleuelstangen nicht entfernt, wird der Kolben mit großer Warscheinlichkeit beim Ausbau beschädigt werden und schlimmstenfalls zerbrechen (S. Abbildung).

3 Den Motor mit der Unterseite nach oben drehen.

4 Bevor die Pleuelstangen ausgebaut werden, ist deren Spiel zu überprüfen. Hierzu ist eine geeignete Innenmeßuhr parallel zur Kurbelwelle zu installieren und das jeweilige Pleuellager seitwärts zu bewegen.

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Das Stimrad der Nockenwelle kann nur mit einer speziellen hydraulischen Presse abgezogen werden.

5 Zunächst das jeweilige Pleuellager soweit wie möglich zurückdrücken und das Meßgerät auf 0 einstellen. Dann das Pleuellager soweit wie möglich nach vorne drücken und das Meßergebnis ablesen. Liegt das ermittelte Ergebnis außerhalb der Toleranz, so ist eine neue Pleuelstange erforderlich. Die beschriebene Prozedur für alle Pleuelstangen wiederholen.
Das Spiel des Pleuellagers kann auch mit einem Satz Fühlerlehren ermittelt werden, diese sind zwischen Pleuellager und Kurbelwelle einzustechen. Es sind solange größere Fühlerblätter zu wählen, bis sich das Pleuellager nicht mehr seitlich bewegen läßt. Die Dicke des Fühlerblattes entspricht dann dem Lagerspiel.

7 Überprüfen, ob an Ober- und Unterteil des Pleuellagers Identifikationsmarkierungen vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, so sind mit einem Körner und kleinen Hammer an Oberund Unterteil die Zylindernummer einzuschlagen.

8 Alle Bolzen der Pleuellager um ca. 1 /2 Umdrehung lösen. Den unteren Teil der Lagerschale der 1. Pleuelstange lösen. Über die nun freiliegende Gewindestangen kurze Stücke Gummischlauch stülpen, um beim Herausziehen des Kolbens eine Beschädigung der Kurbelwelle oder der Zylinderlaufflächen zu vermeiden (S. Abb. 9.8). Nun den Zylinder mit einen geeigneten Holzscheit vorsichtig herausdrücken oder, sofern erforderlich, mit leichten Schlägen heraustreiben. Ist hierbei Wiederstand spürbar, sollte nochmals überprüft werden, ob die Ablagerungen am oberen Teil der Laufbuchse ordnungsgemäß entfernt wurden.

9 Die beschriebene Prozedur für die restlichen Zylinder wiederholen. Nachdem alle Pleuelstangen ausgebaut wurden, sind die oberen und unteren Teile der Lagerschale zusammenzustecken und mit den dazugehörigen Schrauben per Hand festzuziehen. Dies ist sinnvoll, um die Lagerschalen der Pleuelstangen vor Beschädigungen während der Lagerung zu bewahren.