Beitrag Sa 22. Sep 2012, 19:45

12. Motorblock reinigen

1 Die Froststopfen aus dem Motorblock entfernen. Diese vorsichtig mit einem Meißel oder Stecheisen und einem Hammer in die Bohrung hereindrücken, dann mit einer geeigneten Zange heraushebeln (S. Abb. 12.1 a).

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12.1a Mit einem Hammer und einem Stecheisen die Froststopfen vorsichtig an einer Seite in den Motorblock klopfen.

2 Mit einem Dichtungsschaber sämtliche Überreste eher Dichtungen vom Motorblock abschaben. Auch hierbei ist mit großer Vorsicht und Sorgfalt vorzugehen, um Beschädigungen an den Dichtflächen zu vermeiden.

3 Die Lagerkappen der Kurbelwelle lösen und zusammen mit den Lagerschalen aus dem Motorblock entnehmen. Hierbei ist darauf zu achten, ob die Lagerschalen auf der Oberseite (Motorblock) oder der Unterseite (Kappe) eingebaut waren.

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12.1b Die Stopfen mit einer geeigneten Zange aus dem Motorblock entfernen.


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12.10 Neue Froststopfen können in den Motorblock eingesetzt werden, indem diese mit einer Stecknuß und Verlängerung durch vorsichtiges Bearbeiten mit einem Hammer eingetrieben werden.

4 Nun die Bolzen der Ölkanäle an der Motor-Vorder- und Hinterseite lösen.

5 Ist der Motor extrem stark verschmutzt, sollte dieser bei einem Fachbetrieb gereinigt werden lassen. Hierbei wird der Motor mit einem Dampfstrahler oder in einem Tauchbad behandelt. Bei dieser Prozedur werden mit großer Sicherheit die noch im Motorblock verbliebenen Lager beschädigt werden; Die betroffenen Lager sind daher nach einer solchen Reinigungsaktion durch Neuteile zu ersetzen.

6 Am grundgereinigten Motor sind nun die Ölbohrungen und Ölkanäle nochmals gründlichst zu säubern. Die hierfür erforderlichen Spezielbürsten sind im gut sortieren KfzZubehörhandel erhältlich. Die betreffenden Partieren dann mit klarem Wasser abspülen, bis im abfließenden Wasser keine Fremdstoffe oder Verschmutzungen mehr auszumachen sind. Den Motorblock gründlich abtrocknen lassen und alle empfindliche Oberflächen mit Maschinenöl (dient hier als Korrosionsschutz) einschmieren. Sofern eine Druckluftpistole vorhanden ist, sollte diese zur Beschleunigung des Trockenvorgangs eingesetzt werden.

7 Sofern die Verschmutzungen nur geringen Ausmaße aufweisen, kann der Block auch mit einer warmen Seifenwassedösung und einer Kunststoffbürste gereinigt werden. Die Reinigung sollte sorgfältig erfolgen, evtl. kann dies auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch hier gilt es nach dem Reinigen des Blocks, diesen gründlich zu trocknen und die empfindlichen Stellen mit einem geeigneten, rasthemmenden Maschinenöl einzuschmieren.

8 Die Gewindebohrungen am Motorblock müssen ebenfalls gründlich gereinigt werden, damit die Schrauben und Bolzen sicheren Halt haben und ein Festziehen der Bolzen mit dem dafür vorgesehenen Anzugsmoment möglich ist. Mit dem jeweils passenden Gewindebohrer das Gewinde vorsichtig nachschneiden. Neben der Korrektur des Gewindes werden hierbei Rost, Dichtungsreste und andere Ablagerungen entfernt. Sofern möglich sollten die Bohrungen nach dieser Prozedur mit Druckluft ausgeblasen werden, um sämtliche Überreste abgetragenen Materials zu entfernen. Besonders gründlich sollten die Bohrungen für die Zylinderkopfschrauben und die Kurbelwellen-Lagerkappen gereinigt werden.

9 Die Lagerkappen der Kurbelwelle erneut installieren und die dazugehörigen Bolzen von Hand anziehen.

10 Nachdem die Dichtflächen der Froststopfen mit einem geeignetem und qualitativ gutem Dichtmittel eingeschmiert wurden, sind die Froststopfen wieder in die dafür vorgesehenen Bohrungen einzusetzen (S. Abb. 12.10). Es ist bei dieser Prozedur darauf zu achten, das die Stopfen gerade eingebaut und nicht verkantet werden dürfen. 'Sitzen' die Stopfen nicht richtig, können Leckagen am Motor auftreten. Für den Einbau der Stopfen sind spezielle Werkzeuge erhältlich, der Einbau läßt sich jedoch auch mit einem Gummihammer und einer Stecknuß, deren Durchmesser etwas kleiner als der des Stopfens ist, relativ einfach bewerkstelligen.

11 Wird der Motorblock nicht unmittelbar wieder zusammengebaut, so ist der Motor in eine geeignete Plastikfolie einzuwickeln, um das Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz zu verhindern.


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13.4a Der Durchmesser des Zylinders wird an insgesamt 3 verschiedenen Stellen gemessen.